Eigentlich wissen wir, dass wir uns lieber ein bisschen bewegen sollten anstatt faul auf der Couch den Fernseher etc anzustarren, aber das mit der Umsetzung ist meistens eher mühsam und frustrierend. Warum fällt es uns so schwer uns an die guten Vorsätze und Ernährungspläne zu halten?

Vielleicht hast du schon einmal irgendwo gehört, dass Abnehmen im Kopf anfängt. Wenn nicht, kennst du bestimmt irgendeine Erfolgsgeschichte von einer Person, die plötzlich abgenommen hat, weil es in ihrem Kopf „klick“ gemacht hatte. Von heute auf morgen war etwas anders und dieses anders war der Motor zum Erfolg.

Das kann natürlich auf den unterschiedlichsten Wegen passieren – die Grundlage ist allerdings meistens dieselbe und darum geht es in diesem Artikel.

Auf der Suche nach dem Jeep

Als Mensch sind wir auch Gewohnheitstier. Wir ändern uns nicht einfach so. Wir gehen unseren Gewohnheiten sehr zielstrebig nach, weil sie fest in unserem Gehirn verankert sind. Je öfter ein Verhaltensweg in unserem Gehirn beschritten wird, desto breiter und stabiler wird er. Und irgendwann läuft er von ganz alleine ab. Sei es die Schokolade am Nachmittag zu essen, die Chipstüte vor dem Fernseher oder der zweite Nachschlag beim Mittagessen: wir haben den Eindruck wir bräuchten es – wir sind es also gewohnt.

Eine Gewohnheit bedeutet im übertragenen Sinne, dass der Verhaltensweg inzwischen kein kleiner Gehweg mehr ist, sondern eine breite Autobahn, die immer wieder befahren wird – einfach, weil es so praktisch und gewohnt ist. Eine neue Gewohnheit zu bauen, würde bedeuten wieder einen kleinen Trampelpfad zu befahren und die Autobahn links liegen zu lassen. Das klingt natürlich eher mühsam und anstrengend.

Diese Situation sieht nicht sehr lösbar aus, oder? Deswegen brauchen wir ein starkes Gefährt, das entweder alte Wege wieder befahrbar macht oder neue Wege schafft.

Emotion versus Verstand

Eine Art wie dieses Gefährt im übertragenen Sinne aussehen könnte, liegt in der Antwort auf die Frage „warum?“.

Warum willst du Abnehmen? Warum willst du Fett verlieren?

Und ich meine damit keine rationalen Gründe wie „Weil mein Arzt das gesagt hat“ oder „weil es ungesund ist“.

Sondern emotionale Gründe, die richtig tief gehen und etwas in dir bewegen.

„Ich möchte abnehmen, weil ich mich gerade nicht wohl in meiner Haut fühle“ ist schon ein guter Anfang. Aber auch das ist in der Regel nicht stark genug um alte Gewohnheiten anders zu machen.

Frage dich: Wie wirst du dich fühlen, wenn du das Ziel erreicht hast?

Wenn du darüber nachdenkst, dass du abgenommen hast und dich leichter fühlst – was bewirkt das in deinem Leben: welche Dinge kannst du dann tun oder welche musst du nicht mehr tun?

Versuche vor allem positive Dinge zu finden. Also nicht nur „dann schwabbelt es nicht mehr über meine Hose hinaus“, sondern auch „dann fühle ich mich leicht und frei, beweglicher und selbstbewusster“. Oder „dann kann ich in diesem unfassbar heißem Kleid zur Familienfeier gehen“ oder „dann kann ich endlich wieder einen Sommerurlaub machen“, „dann kann ich entspannt Kleidungsstücke tragen, die ich mich jetzt nicht traue zu tragen“, „dann kann ich Sport machen ohne sofort außer Puste zu sein“, „dann kann ich Leute umarmen ohne, dass mein Bauch zwischen uns ist“, „dann kann ich wieder (mehr) mit meinen Kindern spielen“ usw.

Je emotionalere Gründe du findest, desto motivierter bist du und desto schneller wirst du dein Ziel erreichen. Wie schnell du auf deinem Weg bist, hängt davon ab wie verpflichtet du deinen Zielen bist. Und das schaffst du am besten, wenn du dich emotional an sie gebunden fühlst.

Finde 7 richtig emotionale Gründe, warum du Abnehmen/Fett verlieren/fit werden willst! Schnapp dir einen Stift und schreib sie auf! Sei so detailliert dabei wie es geht und versuche genau die Emotionen zu finden, die dich bewegen. Das ist am Anfang eine ungewohnte Übung – aber das funktioniert! Wenn du weißt, warum du dein Ziel erreichen willst, wirst du auch Wege dahin finden.

Abnehmen beginnt im Kopf

Die Macht der Erinnerung

Wenn du diese 7 Gründe aufgeschrieben hast – hast du sie vielleicht in einer Woche schon wieder vergessen. Das passiert uns Menschen einfach schnell.

Deswegen ist es wichtig, dir diese 7 Punkte immer wieder ins Gedächtnis zu rufen! Speichere sie dir im Handy, schreib sie auf, klebe sie an den Spiegel – du weißt was ich meine! Und dann nimm dir alle 2 – 3 Tage deine 7 persönlichen Gründe heraus und setzte dich mit ihnen an einen Tisch. Lese sie dir durch und fühle sie nach! Versetz dich wieder in die Situation: wie wird es sein, wenn du sie erreicht hast?!

Du musst nicht stundenlang über deinen 7 Punkten meditieren – 3 bis 5 Minuten reichen vollkommen!

Ich verspreche dir, diese paar Minuten werden einen Unterschied machen, wenn du sie regelmäßig durchziehst. Deine Motivation wird dadurch stärker, du kennst dein Ziel genau und läufst immer geradliniger darauf zu.

Motivation bekommen wir leider nicht geschenkt – aber wir können sie kultivieren!

Ich weiß wir sind es nicht gewohnt Zeit in solche Dinge zu investieren, aber um dauerhaft schlank zu sein, ist es wichtig, dass du dich ein bisschen mit deinem Innenleben auseinandersetzt. Und wie gesagt: es lohnt sich!