Sie sind überall: Shakes im Fernsehen, im Supermarkt und sogar auf Plakaten in der Ubahn. Das Versprechen: Abnehmen – ganz schnell und ohne Hunger! Stimmt das? Sollten wir alle shaken statt essen?

Ein Beispiel solcher Shakes, wäre zB Almased: Der Almased-Mops gehört schon fast zum Fernsehprogramm dazu und ich warte jedes Mal darauf, dass er sich an seiner Zunge verschluckt oder einen Überschlag hinlegt. Aber natürlich passiert nichts von beiden – der Hund ist fit und happy dank der Almased-Diät.

Die Studienlage

Faire Studien, die nicht von Shake-Herstellern durchgeführt wurden, zeigen: ersetzt man Mahlzeiten mit Shakes führt das tatsächlich zu einem Gewichtsverlust. Das ist nicht weiter erstaunlich, schließlich nimmt man mit den Shakes weniger Kalorien zu sich als man verbrennt.

Außerdem: oft verliert man am Anfang richtig viel Gewicht in kurzer Zeit, was natürlich sehr motivierend ist.

Allerdings gibt es da auch einige Nebenwirkungen und Risiken. zB Konzentrationsschwächen, Nervosität und Verdauungsstörungen als Reaktion auf den massiven Eingriff in den Stoffwechsel aufgrund der niedrigen Kalorienzufuhr. Auch Herzrhythmusstörungen, Muskelabbau und Nierenversagen können auftreten.

Fazit: Shaken funktioniert – mit Risiken. Aber wir sind natürlich noch lange nicht fertig.

Was ist denn drin?

Ein Pulver, wie zB Almased, enthält Eiweiße (Soja, Magermilchpulver) und eine Reihe an Vitaminen und Mineralstoffen. Klingt also gar nicht so schlimm.

Schaut man sich andere Produkte an, wird einem beim Lesen eher schwindelig. Geschmacksverstärker/Aromen, Süßstoffe und Zuckerersatzstoffe wie Fruktose und pflanzliche Öle.

Hier gibt es also durchaus Qualitäts-Unterschiede.

Das Problem

Ich rede hier nur von der 24-h-Shaken Situation. Also davon, jede Mahlzeit über mehrere Tage durch Shakes zu ersetzen.

  1. Es hat Auswirkungen auf den Stoffwechsel

Wie schon erwähnt gibt es beim Shaken auch einige Nebenwirkungen. Vor allem Menschen mit Nieren- oder Leberleiden, Diabetiker, Schwangere und Normalgewichtige sollten die Finger von den Mixturen lassen. Viele Wissenschaftler raten grundsätzlich dazu, vor einer Shake-Diät erst einmal einen Arzt aufzusuchen um sich abchecken zu lassen und die Risiken zu minimieren.

  1. Der Kopf kommt nicht mit

Wenn ich sehr schnell Gewicht verliere und dann wieder anfange zu essen, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass ich ähnliche Essgewohnheiten habe, wie vor dem Gewichtsverlust. Einfach, weil ich meine Gewohnheiten nicht geändert habe und im Alltagsstress alles eher automatisch abläuft. Esse ich ähnlich wie vorher, sind die Kilos natürlich recht schnell wieder drauf. Eigentlich wäre es besser, ich würde langsam und Schritt für Schritt meine Gewohnheiten umstellen, damit ich langfristig schlank bleibe. Plus: wie ärgerlich ist es, wenn ich mich durch die Shakes gequält habe, die oft nicht schmecken und durch ihre Eintönigkeit schnell langweilig werden, und ich dann doch einiges wieder zunehme?

  1. No magic involved

Almased ist ja eher ein klassisches Produkt. Es gibt noch viele andere, die mit Vitaminen oder irgendwelchen Enzymen, die den Stoffwechsel anregen, werben. Ganz egal, was dir erzählt wird oder wie viele Wunder dir versprochen werden: es gibt keinen magischen Faktor bei diesen Produkten! Du nimmst ab, wenn du weniger Kalorien zu dir nimmst! So altmodisch, so einfach. Iss dein Obst und Gemüse und du kommst billiger und gesünder an deine Vitamine (übrigens: Vitamine sind nicht der wichtigste Punkt einer gesunden Ernährung. Und mehr Vitamine bedeutet nicht automatisch gesünder, fitter oder schlanker!).

Was wäre eine gute Idee?

Wenn jemand sehr viel Gewicht hat (BMI über 30) und sehr demotiviert ist, kann man für wenige Wochen eine Shakekur durchführen. Aber dann ist es sehr wichtig auf hochwertiges Eiweiß, genügend Vitamine und Mineralstoffe zu achten. Da gab es schon sehr unschöne Nebenwirkungen und Geschichten. Das wird dann natürlich auch nicht ganz billig. Am Ende der Shakekur ist die Schwierigkeit darin, einen guten Übergang zur festen Nahrung zu finden. Am besten ersetzt man erst einen Shake durch feste Nahrung und dann noch einen. Wenn man möchte, kann man eine Mahlzeit, zB das Abendessen immer durch einen Shake ersetzen.

Allerdings: wenn man abnehmen will, führt nichts an einer gesunden Ernährung vorbei. Das muss man so oder so lernen und sich angewöhnen. Und wieso dann nicht einfach gleich seine Zeit und Energie in gesunde Lebensweisen investieren anstatt in Shakes, die allenfalls eine Übergangslösung sind.

Ich rate immer zu natürlichen Lebensmitteln – es muss schmecken, Energie geben und das ohne Verbote. Nur so funktioniert eine Ernährungsumstellung auf Dauer.

Fazit:

  • Shakes funktionieren kurzfristig, bergen Risiken und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass man danach wieder etwas zunimmt
  • Shakes für wenige Woche unter ärztlicher Aufsicht sind ok
  • An einer gesunden Ernährung kommt man langfristig nicht vorbei! Lieber Zeit da investieren!